fragt doch einmal alle

Melanie Zingl vom Magazin WOMAN hat es auf den Punkt gebracht: Frauen hören oft Fragen, die sich auf ihr Äußeres beziehen, ihre Work-Life Balance in den Fokus rücken, oder aber hinterfragen, wie sie es geschafft haben, sich in einem männerdominierten beruflichen Umfeld durchzusetzen.

Mit ihr habe ich darüber geredet, warum das nach wie vor so ist und analysiert, wie sehr mit dieser Form des Interviews und der darauffolgenden Darstellung stereotype Rollenzuschreibungen verfestigt werden:

  • Die erstaunlicherweise erfolgreiche Frau (von der man per se nicht erwarten oder annehmen würde, dass sie Erfolg hat)
  • Die erfolgreiche Familienmanagerin (die damit ihrer „ureigenen“ Aufgabe gerecht wird).
  • Die schöne Frau (ohne Worte.).

Am schlimmsten ist es, wenn Frauen anhand dieser Kriterien als „Role Models“ dargestellt werden. Warum ich es nicht ausschließlich positiv finde, wenn Frauen in den Medien schön, stark, und erfolgreich dargestellt werden? Ich freue mich über jede schöne, starke, erfolgreiche Frau. Ich glaube nur fest daran, dass wir alle nicht nur schön, stark, und erfolgreich sind sondern auch müde, freaky, und verärgert.

Role Models sind immer ganz besonders tolle Frauen. Frauen mit einer Top-Figur, einer tollen intakten Familie und einer herausragenden Karriere.

Für mich sind vor allem die Menschen Vorbilder, die leben woran sie glauben. Die sich etwas trauen, und sich für andere ein- und sich gegebenenfalls auch einmal über vermeintliche Grenzen hinwegsetzen. Die, wenn sie einmal in einer privilegierten Position angekommen sind, überlegen, wie sie möglichst vielen anderen faire und gute Bedingungen ermöglichen können. Die Schwierigkeiten überwinden. Und an ihrer Angst wachsen.

 

In der aktuellen Ausgabe des Trend werden gerade die 100 erfolgreichsten Businessfrauen Österreichs präsentiert. Es wäre schön, mehr über diese Frauen zu lesen. Mehr als nur, wie sie sehr erfolgreich ihre Karriere geschafft haben. Überhaupt wäre es insgesamt schön, Berichte von Menschen in all ihrer Unterschiedlichkeit zu lesen: Was macht einen spannenden Menschen aus? Wie ist seine*ihre Geschichte?

Mein Vorschlag: FRAGT DOCH EINFACH EINMAL ALLE WOVOR SIE ANGST HABEN UND WIE SIE SICH IHR LEBEN WIRKLICH VORSTELLEN.

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