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Geht nicht gibt’s nicht. Oder: Wie man die richtigen Fragen stellt.

In Gesprächen mit Unternehmen geht es oft darum, dass zum Thema Gender eigentlich schon „alles probiert wurde“. Ein technologieaffines Unternehmen organisiert zum Beispiel Girls‘ Days, konzipiert Stellenanzeigen, in denen Frauen und Männer angesprochen werden und TROTZDEM bewerben sich keine Frauen. Und wenn sie sich doch bewerben und dann auch noch ausgewählt werden, verlassen sie das Unternehmen wieder oder steigen zumindest nicht in Führungspositionen auf. Auch der Betriebskindergarten hat da wenig gebracht, nicht einmal das Home Office. Diese Aspekte und Initiativen werden von den weiblichen Mitarbeiter*innen zwar sehr geschätzt, aber an den Zahlen verändert sich trotzdem nichts.

Aus einer Business-Perspektive sind das also ganz klar die falschen Hebel, die hier bedient werden. Die Investitionen lohnen sich nicht bzw. führen nicht zum gewünschten Outcome. Offenbar geht es also NICHT um den Girls‘ Day oder das reine Hinzufügen von (m/f) bei Stellenanzeigen. Und auch nicht gezwungenermaßen um einen Betriebskindergarten.

Worum geht es also dann?

Es geht um Fragen wie diese:

– Welche Diversitäts- und Gender-Messgrößen werden systematisch erfasst und wie haben sich diese in den letzten Jahren entwickelt?
– Wie wird aktuell sichergestellt, dass im Rekrutierungsprozess kein Gender Bias besteht?
– Wie wird aktuell sichergestellt, dass in der Förderung von Mitarbeiter*innen kein Gender Bias besteht?
– Wie wird aktuell sichergestellt, dass bei der Bezahlung der Mitarbeiter*innen kein Gender Bias besteht?
– Wie oft werden Gender- und Diversitätsthemen in der Geschäftsführung und in Vorstandsmeetings diskutiert?
– …

Nur durch gezielte Betrachtung dieser Fragen in strategischen Meetings und durch entsprechende Zielvorgaben und deren Überprüfung können im Bereich Gender nachweisliche Erfolge erzielt werden.

Gender-Equality kommt nicht über Nacht.  Es ist harte Arbeit. Es ist ein hartes Business. Es bedeutet Analyse. Es bedeutet sich damit auseinandersetzten was dazu geführt hat, dass bestimmte Strukturen und Prozesse so sind, wie sie sind. Es bedeutet auch, etwas verändern zu wollen. Und zwar nachhaltig.

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