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Don’t touch. Und zwar echt nicht.

Kein „freundschaftlicher“ Klaps auf den Po, kein Streicheln am Oberschenkel, keine sexistische Ansprache in Meetings. Sexuelle Belästigung – unabhängig ob verbal oder faktisch – ist kein Spaß.

Es ist nie ein Spaß wenn körperliche Grenzen überschritten werden. Und: Sexuelle Belästigung hat nichts mit Flirten, Liebe und Erotik zu tun! Schon gar nicht am Arbeitsplatz. In der Realität gehen die meisten sexuellen und sexualisierten Übergriffe nämlich von Vorgesetzen aus – nicht weil sie per se sexuelle Übeltäter*innen sind, sondern weil sie ihre Macht missbrauchen.  Als Machtdemonstration ist sexuelle Belästigung demnach ein (Gewalt-)akt, der die sexuelle Intimität und Integrität einer Person verletzt. Und das ist übrigens am Arbeitsplatz definitiv und per Gesetz verboten (wer es genau wissen will, kann das im Gleichbehandlungsgesetz §6 nachlesen)

Ausreden für sexualisierte Übergriffe gibt es viele: Es war nicht so gemeint // Wir verstehen uns hier alle gut, sind befreundet //  Es war nur Spaß! // …

Die Verantwortung für einen Arbeitsplatz der belästigungsfrei ist, trägt übrigens der*die Arbeitgeber*in im Rahmen seiner*ihrer Fürsorgepflicht. Sexuelle Belästigung ist somit niemals nur das Problem einer Mitarbeiterin* oder eines Mitarbeiters* sondern es ist ein Problem das die gesamte Organisation betrifft. Als Unternehmen gilt es sich damit auseinanderzusetzen: Welche Strukturen und Prozesse begünstigen sexuelle Übergriffe? Wie gehen wir miteinander um? Wie sprechen wir uns gegenseitig an, worüber werden Witze gemacht? Wer sagt wem was zu tun ist und in welcher Art uns Weise? Übrigens sind nach wie vor insbesondere weibliche Mitarbeiterinnen von Übergriffen männlicher Vorgesetzter betroffen.

Für Betroffene geht es nur vor allem um zwei Dinge: Erstens: Ernst genommen zu werden. Kein Abschwächen, kein Negieren, kein „ist ja nicht so schlimm“, kein „der*die ist halt so“; kein „da musst du dir eine dicke Haut zulegen“. Und: Betroffene wollen dass es aufhört. Was es daher braucht ist ein klares Bekenntnis gegen sexuelle und sexualisierte Übergriffe.

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