DerKundeIstNichtKönig

„Zieh dir doch was Hübsches an, wenn du den Kunden triffst“

„Da musst du eben ein bisschen nett sein“

„Für diesen Kunden brauchen wir eine herzeigbare Account-Managerin“

Diese und ähnliche Aufforderungen höre ich in Workshops, Coachings – wohlgemerkt, mittlerweile nicht mehr nur mehr von Frauen sondern zunehmend auch von Männern. Was ist das eigentlich genau? Unternehmen bzw. deren Entscheidungsträger*innen fordern Mitarbeiter*innen dazu auf, sich für Kund*innen „herauszuputzen“, sich besonders „nett“ und zugewandt zu benehmen und alles zu tun, was gewünscht wird.

Die alten Bilder im Business sind hartnäckig.  Die Aufforderung, im Umgang mit Kunden besonders schön, sexy und freundlich zu sein birgt sexistische und hierarchische Vorstellungen davon wer wem „zu Diensten“ ist. Und das ist falsch. Es geht nämlich überhaupt und schon lange nicht mehr darum, dass „der König“ in seinem Reich und über seine Untertanen bestimmt und diese zu tun haben, was ihm gefällt.

Die Idee „wer zahlt, bestimmt wo es lang geht“ unterstellt eine hierarchische Beziehung, in der der*die eine anweist und der*die andere tut was ihm*ihr gesagt wird. Schlimmer wird es noch, wenn die betroffenen Personen auf Ihre Körperlichkeit reduziert werden: nur die „herzeigbare“ Account-Managerin wird den Kunden überzeugen. Nur der Projektleiter der auch ab und zu auf einen Drink mit der Kundin geht, wird die Umsatzzahlen schaffen. Für Kund*innen zur Verfügung stehen und das mit dem eigenen Körper, mit der eigenen Zeit?

Der Kunde ist nicht König. Und ich bin auch nicht zu Diensten. Wir alle sind es wert, uns auf Augenhöhe zu begegnen.

Die besten Ideen entstehen im Gespräch. In der Gegenüberstellung der Welt, in der die Kund*innen zuhause sind und der Welt in der die Expert*innen, Berater*innen oder Impulsgeber*innen zuhause sind.

Die Organisationen für die ich arbeite sind groß oder klein, aus dem Bereich Finanzen, Medien, IKT; arbeiten for profit oder non for profit; haben flache Hierarchien oder gewachsene Strukturen; verfügen über viele Prozesse oder auch über wenige. Gemein ist ihnen das Anliegen, faire und gute Arbeitsbedingungen zu schaffen und unterschiedlichen Menschen jene Arbeitsmodelle zu bieten die zu ihren Lebenskonzepten passen. Weil sie wissen, dass Business nur über die Wertschätzung von unterschiedlichen Ideen generiert wird.

Geschäftsführer*innen die zu mir kommen und gender-sensible Strukturen implementieren wollen, glauben daher fest an Zusammenarbeit auf Augenhöhe und daran, dass Organisationen nur dann gut und innovativ arbeiten, wenn ihre Strukturen fair und transparent sind. Und sie wissen, dass das das Gegenteil von einem Königreich ist.

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