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	<title>Marita Haas</title>
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	<description>Literatur zum Kommentieren</description>
	<pubDate>Mon, 26 May 2008 09:53:49 +0000</pubDate>
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		<title>Februar</title>
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		<pubDate>Mon, 26 May 2008 09:53:49 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Marita Haas</dc:creator>
		
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		<description><![CDATA[Auszug aus dem Romanprojekt &#8220;Morgenluft&#8221;, entstanden im März 2008
Nachdem er seine Tochter ins Bett gebracht hat, nimmt Herbert den Kellerschlüssel und eine Jacke von der Gaderobe. Die Tür zieht er hinter sich zu, von außen kann man nicht ohne Schlüssel in die Wohnung hinein. Das Stiegenhaus ist undicht, der Schnee von der Strasse drückt sich [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><em>Auszug aus dem Romanprojekt &#8220;Morgenluft&#8221;, entstanden im März 2008</em></p>
<p>Nachdem er seine Tochter ins Bett gebracht hat, nimmt Herbert den Kellerschlüssel und eine Jacke von der Gaderobe. Die Tür zieht er hinter sich zu, von außen kann man nicht ohne Schlüssel in die Wohnung hinein. Das Stiegenhaus ist undicht, der Schnee von der Strasse drückt sich durch die Wände und auf den Stufen gefrieren kleine Wasserlacken zu Eis. Herberts Hauspatschen sind gleich durchnässt.</p>
<p>Im Keller stehen alte Weinflaschen neben den ausrangierten Wohnzimmermöbeln und dem Käfig des Wellensittichs, den Lisa aufheben wollte. Sein Blick fällt auf die Ski im hinteren rechten Eck, zwei lange Paare neben den kurzen von Lisa. Die Ski seiner Frau weisen ebenso Rostflecken auf wie seine eigenen, die von Lisa sind vom Skikurs im Jänner in Plastik verpackt. Das Kellerabteil ist nicht verfliest, der Boden ist lehmig. „Eine Zumutung“, hat Jelena damals zum Vermieter gesagt. Außer der Kaution für den Schlüssel hat es nichts gekostet, daher haben sie es trotzdem genommen. Herbert öffnet die erste Kiste und hebt ein paar Sommerpullover auf. Er reibt sich die die Hände und bläst sich auf die blauen Knöchel.</p>
<p>In der nächsten Kiste sind Bücher und alte Schulhefte, weiter hinten zwei große Kisten mit der Aufschrift „Sperrmüll“. Er öffnet sie dennoch. Zwischen der Nähmaschine und dem Bügeleisen findet er den Bilderrahmen, das Foto ist noch da. Das Bild in der Hand, geht er zurück hinauf in die Wohnung. Er nimmt die Stufen schnell hintereinander, seine Beine sind steif. Als er ausrutscht, versucht er sich mit den Armen abzustützen, er knallt mit dem rechten Ellbogen auf die Stiege. Mit der linken Hand zieht er sich zum Sitzen hoch. Er lehnt sich an die Wand und schaut auf die beiden Gesichter am Foto. Das Licht im Stiegenhaus geht aus, Herbert bleibt sitzen. Im Dunkeln versucht er, das Foto zu zerreißen, die rechte Hand schmerzt, sodass er es letztendlich nur zusammendrückt und in die Jackentasche einsteckt. Er schiebt die Tür zu Lisas Zimmer auf, sie atmet gleichmäßig. Herbert tastet mit der linken Hand nach dem Lichtschalter, aber er dreht das Licht nicht auf und geht wieder. Den Zettel, den er auf dem Küchentisch hinterlässt, schreibt er nur mit Mühe. „Ein Taxi in die Schönbrunnerstraße, bitte“, sagt er ins Telefon hinein und verlässt die Wohnung. Dieses Mal sperrt er zu und dreht den Schlüssel zweimal um.</p>
<p>„Röntgen brauchen wir da nicht mehr“, sagt die Krankenschwester, „besser Sie kommen gleich mit mir mit“. Er sieht ihr zu, wie sie die Spritze in seinen Oberarm setzt. Danach wird der gesamte Arm eingegipst. Als Herbert aus dem Taxi aussteigt, sieht er das Licht in der Wohnung brennen. Lisa sitzt in der Küche, vor ihr der Zettel und ein Taschentuch. „Papa“, ruft sie und umarmt ihn, bevor er sich noch die Schuhe ausziehen kann. Sie bohrt ihren Kopf in seinen Bauch, er streicht ihr mit der linken Hand über den Kopf und die Schultern. Dann läuft sie in ihr Zimmer, legt sich ins Bett und deckt sich zu. Langsam kommt er nach und setzt sich an ihren Bettrand. „Schlaf jetzt“, sagt Herbert. „damit du morgen fit bist“. „Morgen ist keine Schule“, sagt Lisa. Er streicht die Decke glatt und wickelt ihre Füße mit dem unteren Ende ein. Es ist nach Mitternacht.</p>
<p>In der Früh steht Lisa auf, ohne dass er sie aufwecken muss. Ihre Augen sind müde, aber sie sagt nichts und setzt sich vor ihr Butterbrot, das er in kleine Quadrate geschnitten und zu einem Sonnengesicht aufgelegt hat. Die Stücke sind größer und unregelmäßiger als sonst. Während sie vom Butterbrot isst, versucht er sich anzuziehen. Durch den Gips kommt er nicht in den Hemdsärmel hinein. Herbert geht in die Küche, nimmt eine Schere und trennt den rechten Arm von seinem Hemd ab. Er merkt, dass Lisa ihm zusieht, als er sich umdreht, schaut sie wieder in ihren Kakao.</p>
<p>„Du hast nicht ausgetrunken“, sagt er. „Doch, hab ich eh“, sagt sie und nimmt einen kleinen Schluck. Den Rest leert sie ins Abwaschbecken. Der Kakao zieht spiralförmige, dunkelbraune Spuren. Herbert dreht den Wasserhahn auf und macht die Küche sauber. „Papa“, sagt Lisa, „ich muss heute wirklich nicht in die Schule.“ „Mach dich fertig Lisa, wir fahren heute öffentlich“ erwidert er. Ihre Schultasche ist leicht, montags hat sie nur bis halb eins Unterricht. Sie zieht die Stiefel und den Mantel an, setzt ihre Haube auf. Das Auto steht direkt vor der Haustüre; sie gehen daran vorbei. Bei der U-Bahn Station Wien Mitte steigen sie aus und spazieren durch den Stadtpark. Der erste Schneeball trifft Herbert mitten am Bauch. Lisa lacht, er stellt ihre Schultasche ab und versucht, mit der linken Hand eine Kugel zu formen, um zurück zuschießen. Sie ist schneller und der zweite Schneeball landet an seinem Bein. Er läuft ihr nach. Lisa wirft sich in einen Schneehaufen. „Komm, gehen wir weiter“, meint er.</p>
<p>Als sie vor dem Akademischen Gymnasium ankommen, ist es kurz vor acht, trotzdem sind keine Kinder anwesend. „Hab ich dir ja gesagt“, meint Lisa. „Heute ist keine Schule“. Sie holt das Mitteilungsheft heraus. In der Kalenderwoche acht hat die Lehrerin einen blauen Strich über die gesamte Seite gezogen. „Semesterferien“ steht da in geschwungenen Buchstaben. Herbert sieht seine Tochter an, seine Schultern hängen nach unten. Er setzt sich auf die Stufen vor dem Eingangstor. „Papa“, sagt Lisa, „gehen wir zu McDonalds?“ Sie streckt ihre Hand aus, er nimmt sie und sie gehen zu McDonalds am Schwarzenbergplatz, wo er zweimal Heiße Schokolade mit Schlagobers bestellt. _______________________________________________________________________________________</p>
<p>Ich lege meinen Kopf auf den bunten Stofffisch und mache meine Augen zu. Papa nimmt mir „Ronja Räubertochter“ aus der Hand und dreht den Digitalwecker in meine Richtung. Es ist 21:01. „Schlaf gut“, sagt er. „Soll ich die Tür einen Spalt offen lassen?“ Ich schüttle den Kopf. Er dreht sich noch einmal um, sagt, „Ich muss noch kurz in den Keller, bin aber gleich wieder da.“ Das Licht im Gang lässt er brennen, die Wohnungstür fällt zu. Ich drehe die Lampe am Nachtkästchen auf und lese weiter. Ronja erzählt Birk von ihrem Streit mit dem Vater, in dem sie ihm sagt, dass sie keine Räuberin werden möchte.</p>
<p>Als Papa wieder zurückkommt, ist es 22:12. Ich drehe schnell das Licht ab, mache die Augen zu und atme ganz langsam. Er telefoniert mit irgendwem, dann verschwindet der Lichtspalt unter meiner Zimmertüre und er ist wieder weg. Ich kann nicht schlafen. Als ich aufs Klo gehe, sehe ich, dass der Kellerschlüssel bei der Garderobe hängt und dass seine Schuhe weg sind. Ich stelle den Sessel ans Fenster, unser Auto ist noch da. Ich will die Wohnungstür öffnen, vielleicht hat er seinen Schlüssel vergessen und steht jetzt draußen, aber die Tür ist zugesperrt. Ich laufe zurück in mein Zimmer und suche in der Schultasche nach meinem Schlüssel. Papa hat das Zeugnis nicht angeschaut. Er hat auch nicht gefragt. Den Schlüssel lege ich zur Sicherheit auf das Nachtkästchen. Es ist 23:07.</p>
<p>Jetzt erst sehe ich, dass am Küchentisch ein Zettel liegt. „Mach dir keine Sorgen, ich bin bald wieder da. Papa“ Die Schrift sieht komisch aus. Beim Telefon liegt das Heft mit den Nummern. „Für Notfälle“, hat Tante Ivana gesagt, „für Notfälle lass ich dir meine Nummer da. Du kannst mich immer anrufen“. „Danke“, hat der Papa gesagt, „aber es wird keine Notfälle geben.“ Ich schlage die Seite mit ihren Nummern auf, die von der Wohnung in Liesing und die vom Sommerhaus in Kroatien. Es ist schon fast Mitternacht. Ich ziehe mir das Nachthemd über die angewinkelten Knie und versuche die Zehen einzuwickeln. „Wenn du weinen willst, wein einfach“, hat Mama immer gesagt. Das Taschentuch ist erst ein bisschen nass, als Papa die Tür aufsperrt. Ich laufe zu ihm hin und umarme ihn. Das Heft mit den Telefonnummern schmeiße ich unter den Tisch. Er hat einen Gips aber er sagt nicht, warum. Nur, dass ich schlafen soll, damit ich morgen für die Schule fit bin. Dass morgen keine Schule ist, hört er nicht.</p>
<p>In meinem Traum bin ich Ronja Räubertochter und mein Vater ist Mattis. Ich will mit ihm streiten, aber er geht immer weg, zieht sich in den Wald zurück und redet nicht mit mir. In der Früh versucht Papa, sich über die Gipshand ein Hemd anzuziehen. Ich verstehe nicht, warum er nicht einfach ein T-Shirt anzieht. Ich versuche, das Heft mit den Telefonnummern unter dem Tisch mit meinem Fuß zu erreichen. „Du hast nicht ausgetrunken“, sagt er. „Doch, hab ich eh“, sage ich und tu so, als würde ich trinken. Als ich den Rest ins Abwaschbecken leere, nimmt er mir das Häferl aus der Hand. Er glaubt immer noch, dass ich heute Schule habe. Obwohl seine eingegipste Hand vom Körper weg steht, nimmt er mit der anderen Hand meine Schultasche. Er steigt mit mir in Wien Mitte aus, sodass wir durch den Stadtpark gehen können. Der Schnee ist noch ganz frisch und ich vergesse, dass er nicht mitspielen wird und mache zwei Schneebälle, die ich auf seinen Bauch werfe. Meine Hände sind nass, ich habe die Handschuhe vergessen. Er tut so, als würde er mir nachlaufen, aber dann sagt er wieder, dass wir uns beeilen sollen. Ich würde am liebsten im Schnee sitzen bleiben.</p>
<p>Als wir vor der Schule sind, ist es kurz vor acht, niemand außer uns ist da und das Schultor ist verschlossen. „Siehst du“, sage ich, „heute ist keine Schule“. Ich zeige ihm das Mitteilungsheft. In der Kalenderwoche acht hat die Lehrerin einen blauen Strich über die gesamte Seite gezogen. „Semesterferien“ steht da in geschwungenen Buchstaben. Papa schaut auf den Boden und stützt sich mit der linken Hand ab, als er sich auf die Stufen vor dem Gymnasium hinsetzt. Ich hab Hunger, weil ich in der Früh nichts gegessen habe. Papa hat auch nichts gegessen. „Gehen wir zum McDonalds?“, frag ich ihn.</p>
<p>„Such uns einen Platz aus“, meint er und ich gehe zu dem Platz am Eck, wo ich immer mit Mama gesessen bin, wenn sie mich abgeholt hat. Man sieht den ganzen Schwarzenberglatz und kann die Leute beobachten, die in den D-Wagen und den 71er einsteigen. Papa stellt heiße Schokolade mit Schlagobers auf den Tisch. „Hier, für dich“, sagt er. „Zum Zeugnis-Feiern. Du hast doch ein gutes Zeugnis, oder?“ Ich lache und hole mein Zeugnis aus der Schultasche. Jetzt lacht er auch endlich.</p>
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		<title>Wie ich schreiben möchte</title>
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		<pubDate>Sun, 27 Jan 2008 17:59:42 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Marita Haas</dc:creator>
		
		<category><![CDATA[Writing]]></category>

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		<description><![CDATA[Als wir nach dem Essen draußen, auf der Bank vor dem Haus, saßen, sagte ich ihr, dass mein Entschluss feststand, dass ich nun nach Kroatien gehen würde. Dass ich mir alles gut überlegt hatte. Als sie fragte, wann ich diesen Entschluss gefasst hatte, log ich und behauptete, dass es die Ereignisse des letzten Jahres waren, [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Als wir nach dem Essen draußen, auf der Bank vor dem Haus, saßen, sagte ich ihr, dass mein Entschluss feststand, dass ich nun nach Kroatien gehen würde. Dass ich mir alles gut überlegt hatte. Als sie fragte, wann ich diesen Entschluss gefasst hatte, log ich und behauptete, dass es die Ereignisse des letzten Jahres waren, die mich dazu gebracht hatten, mein Leben zu überdenken. Ich sagte ihr nicht, dass ich schon vor acht Jahren, als Florian und Sophie ausgezogen waren und das Haus plötzlich aus leeren Zimmern bestand, in die sie nur zurückkamen, wenn sie mit ihren Freunden und Freundinnen gestritten hatten oder wenn sie in den Studenten-WGs nicht lernen konnten, dass ich schon damals gewusst hatte, dass ich nicht mehr in Klosterneuburg und eigentlich auch nicht mehr in Österreich leben möchte.</p>
<p class="MsoNormal" style="line-height: 150%">Ich sagte ihr nur, dass wir das Appartement von dem Geld gekauft hatten, das Gregor geerbt hatte, und als sie sich wunderte, weshalb Gregor für mein Weggehen zahlte, und nicht aufhörte, nachzufragen, musste ich ihr sagen, dass wir uns getrennt hatten, länger schon, und dass der Betrag für das Appartement dem entsprach, was mir gesetzlich durch die Scheidung zustand.</p>
<p class="MsoNormal" style="line-height: 150%">Ich sagte ihr auch nicht, dass es mir einfach nicht mehr genügte, zu wissen, dass ich irgendwann, ja, irgendwann, schreiben würde. Dass es mir nicht ausreichend erschien, dass ein paar Bekannte gerne lasen, was ich schrieb, auch wenn es mir gelang, sie mit meinen Texten zu bewegen. Ich sagte es ihr nicht, so wie ich es auch sonst niemandem gesagt hatte.</p>
<p class="MsoNormal" style="line-height: 150%">Als sie fragte, wann ich konkret nicht mehr da sein würde, sagte ich ihr, dass ich den Sommer dazu nutzen würde, um meine Sachen nach Omiš zu bringen. Ich sagte ihr nicht, wie wenige Kisten noch in unserem alten Haus in Klosterneuburg standen und wie viel ich schon in den Süden transportiert hatte. Dass das erste, was ich ausgesucht hatte, der Schreibtisch gewesen war. Der Schreibtisch, der den ganzen oberen Raum ausfüllte und von dem aus ich das Meer sehen konnte und die Sonne, wenn sie in der Früh aufging. Dass ich dort schon meine Manuskripte hingebracht hatte und dass ich nun erst gesehen hatte, wie viele Seiten ich geschrieben hatte. Wie viele unfertige Dokumente vorlagen.</p>
<p class="MsoNormal" style="line-height: 150%">Ich sagte ihr, dass sie mich besuchen kommen könne und wusste, was sie antworten würde. Ich wusste, sie würde sagen, die Kinder kommen die Eltern besuchen und nicht umgekehrt und sie könne sich gar nicht vorstellen, in ein anderes Land zu fahren, nur um mich zu sehen. Dann fragte sie, wann ich wieder zurückkommen würde und ich antwortete nicht. Ich leerte Milch in die Schüssel für ihre Katzen und schenkte mir selbst von ihrem selbstgemachten Ribiselsaft ein. Dass er sehr gut sei, sagte ich ihr und ob ich ein paar Flaschen mitnehmen dürfe. Dass ich nicht vor hatte, je wieder zurückzukommen, sagte ich ihr nicht. Ich sagte ihr auch nicht, dass ich nicht vor hatte, oft auf Besuch zu kommen, und auch nicht, dass ich froh sei, Gregor und die Kinder nicht zu sehen. Sie hätte nicht verstanden, wie lange ich gewartet hatte, um endlich allein sein zu können. Um endlich schreiben zu können. Und wie froh ich war, als man mich in Frühpension geschickt hatte.</p>
<p class="MsoNormal" style="line-height: 150%">Als ich ging, versuchte ich sie zu umarmen und sagte ihr, sie sei die beste Mutter, die man haben kann und als sie lachte, drehte ich mich schnell um, wegen der Tränen. Ich sagte ihr nicht, dass ich sie erst anrufen wollte, wenn ich schon in Omiš war, wenn ich schon die Cetina-Schlucht mit meinem neuen Auto hinaufgefahren war und die neue Luft eingeatmet hatte. Ich sagte ihr nicht, dass ich erst wieder vorbeikommen würde, wenn eines der Manuskripte vollständig sei und wenn ich mich ausgerastet hatte von meinem bisherigen Leben. Sie drückte meine Hand, ganz fest konnte sie noch drücken, trotz der Runzeln und Falten und trotz der wenigen Kilos, die sie mit 80 Jahren nun noch hatte. Und schon während sie drückte, wanderten meine Gedanken fort und ich dachte an das Meer, das ich jeden Morgen sehen würde wenn ich nicht mehr schlafen konnte und dass ich nicht mehr in einem dunklen Zimmer liegen würde und mich fragen würde, was mit meinem Leben passiert sei, sondern dass ich aufstehen würde und den Computer starten und den Tag mit dem Schreiben beginnen würde. Das alles sagte ich ihr nicht, ich sagte ihr nur, sie solle auf sich aufpassen und als sie das hörte, ließ sie meine Hand los und holte noch Milch für die Katzen, obwohl die Schüssel voll war. Sie hob den Arm um zu winken, aber sie sah nicht mehr auf, als ich ging.<o:p></o:p></p>
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		<title>Kartoffelernte</title>
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		<pubDate>Wed, 26 Dec 2007 17:57:20 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Marita Haas</dc:creator>
		
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		<description><![CDATA[… enstanden in Leonding. Auszug aus dem Romanprojekt “Morgenluft”.
An den meisten Tagen schreit seine Frau nicht, wenn er sie schlägt. Heute hat sie eine große Milchkanne umgestoßen und er drückt sie in der Küche gegen den Stahlofen und schlägt mit der Faust zu. Jelena sitzt vor der Tür und hält sich mit beiden Händen die [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>… enstanden in Leonding. Auszug aus dem Romanprojekt “Morgenluft”.</p>
<p>An den meisten Tagen schreit seine Frau nicht, wenn er sie schlägt. Heute hat sie eine große Milchkanne umgestoßen und er drückt sie in der Küche gegen den Stahlofen und schlägt mit der Faust zu. Jelena sitzt vor der Tür und hält sich mit beiden Händen die Ohren zu. „Es ist gleich vorbei“, sagt sie zu den Katzenbabies auf ihrem Schoß „es ist sicher gleich vorbei.“ Als Bojan Juric aus dem Haus kommt und seine 5jährige Nichte mit den Katzen sieht, zerrt er sie hoch. „Komm mit!“ sagt er. Sie läuft hinter ihm her auf den Kartoffelacker, wo die beiden Cousins arbeiten, seit sie von der Schule gekommen sind.</p>
<p>Bojan Juric steht jeden Tag um 04:30 auf, um die Kühe zu melken. Zwei Stunden verbringt er im Stall, bevor der Rest der Familie aufwacht und die gemeinsame Arbeit beginnt. Er deutet Jelena, sich neben ihn zu knien und zeigt ihr, wie man die Kartoffeln ausliest. Fast alle sind so groß, dass Jelena mit beiden Händen arbeiten muss. „Schneller, schlaf nicht ein beim Arbeiten!“ Sie entfernt die Wurzeln und legt eine Kartoffel neben der anderen hin. Auf manche tropfen die Tränen und der Rotz aus der Nase, aber sie sagt nichts.</p>
<p>Als sie abends ins Haus zurückkommen, hat Sladjana das Essen fertig. Bojan geht aufs WC und uriniert bei offener Türe. Während er noch seine Hose zumacht, geht er in der Küche auf den Tisch zu und setzt sich hin. Seine Hände sind dreckig, die der Kinder auch. Sladjana hat eine aufgesprungene Lippe und zittert, als sie den Suppentopf auf den Tisch stellt. Bojan stößt sie weg. „Lass das besser mich machen.“ Er nimmt zuerst Jelenas Teller und füllt ihn voll, dann die von Adrijan und Mefael. Seiner Frau gibt er ebenfalls eine große Portion. Etwas bleibt noch übrig, das isst er selbst.</p>
<p>Als seine Frau nach dem Essen den Tisch abräumt und die Söhne ihre Schulhefte herausholen, leert Bojan die bunten Buchstaben aus der abgegriffenen Buchstabendose auf den Tisch. Jelena lächelt. Bojan beginnt zu schreiben. Jelena sucht die gleichen Buchstaben und legt das Wort nach, das er geschrieben hat. „Kartoffel“ liest er. „Kartoffel“, liest auch sie und fährt mit den Fingern die Buchstaben nach.</p>
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		<title>Bennis Tod</title>
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		<pubDate>Wed, 24 Oct 2007 16:03:27 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Marita Haas</dc:creator>
		
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		<description><![CDATA[&#8230; enstanden in Leonding. Auszug aus dem Romanprojekt &#8220;Morgenluft&#8221;.
„Früher haben das alle gemacht“, hatte meine Oma erklärt. „für ein ganzes Jahr“. Bei uns war es nur Mama, die die schwarze Kleidung nach dem Begräbnis von Benni nicht mehr auszog. Für ein ganzes Jahr. Sie suchte Fotos von ihm aus und verteilte sie an verschiedenen Orten [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><em>&#8230; enstanden in Leonding. Auszug aus dem Romanprojekt &#8220;Morgenluft&#8221;.</em></p>
<p>„Früher haben das alle gemacht“, hatte meine Oma erklärt. „für ein ganzes Jahr“. Bei uns war es nur Mama, die die schwarze Kleidung nach dem Begräbnis von Benni nicht mehr auszog. Für ein ganzes Jahr. Sie suchte Fotos von ihm aus und verteilte sie an verschiedenen Orten im Haus. Auf dem Kühlschrank brachte sie mit Magnetbuttons die Bilder vom letzten Sommer an: Benni beim Schwimmen und Eis essen, fotografiert mit der Sofortbildkamera, die sie mir geschenkt hatten. Neben der Schlafzimmertür der Eltern tauschte sie die Siegesfeier meines Vaters vom steirischen Triathlon gegen Bennis Erstkommunionfoto. Am Nachtkästchen platzierte sie die Babyfotos, auf denen sie und Benni zu sehen waren, fünf in einer Reihe. „Das ist nicht gut“, hatte Onkel Erwin beim Begräbnis gesagt. „Das ist nicht gut“. Er hatte mir dabei mit seiner großen Hand auf die Schulter geklopft, geseufzt und sich noch ein Bier geholt. Mama hatte Bennis Zimmer geputzt und sein Bett frisch überzogen. Alle Stofftiere hatte sie an die Wand gelehnt, mit den Augen zum Kopfpolster. Benni hatte gerne mit dem Gesicht zur Wand geschlafen, und vor dem Einschlafen mit den Stofftieren gespielt. Im Garten hatte sie seine Spielzeugkiste aufgestellt und alle Bälle gewaschen. Nur das Fahrrad hatten sie sofort weggebracht. Das Foto, das sie auf meinem Nachtkästchen hingestellt hatte, schmiss ich vor ihren Augen in den Mistkübel „In meinem Zimmer bestimme ich!“ sagte ich und dass Benni sowieso nur genervt hätte.</p>
<p>Gestern war das Jahr um. Meine Mutter stand in der Früh auf, machte Frühstück für Papa und mich und setzte sich mit einer Tasse Kaffee zu uns. Ihre Augen waren rot. „Schönen Tag“, sagte sie, als ich mit meinem Mopedhelm in der Hand das Haus verließ. Ich wollte sie fragen, ob wir am Nachmittag gemeinsam zum Friedhof fahren würden, und ging noch einmal zurück um zu läuten. Vor der Tür erinnerte ich mich, dass Benni früher alle damit geärgert hatte, zu klingeln und sich dann hinter dem Haus zu verstecken. Mama hatte geschimpft, aber dannimmer gelacht. Ich drehte um und fuhr in die Schule.</p>
<p>Als ich nach Hause kam, stopfte Mama schwarze Blusen in einen Wäschesack. Sie trug einen dunkelblauen Pullover und versuchte zu lächeln. Ich aß die Fischstäbchen, die sie vorbereitet hatte und ging in mein Zimmer. Sie räumte nicht nur das schwarze Gewand weg, sondern nahm alle Bilder von der Wand, ließ die Magnetbuttons ohne Funktion am Kühlschrank zurück. Ich hörte sie in Bennis Zimmer herumräumen und drehte meine Musik lauter.</p>
<p>In der Nacht wartete ich bis meine Eltern schliefen und ging hinunter ins Wohnzimmer, dort wo ich vermutete, dass sie alles verstaut hatte. Alle Bilder von Benni waren in den Kisten, auch seine Urkunden und die Schneeglaskugel. Das Foto, wo er mit dem Schwimmreifen drauf war, nahm ich mit. Ich hängte es an meine Pinnwand, gleich neben den Konzertkarten vom Nuke-Festival.</p>
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		<title>Lesung Rund um die Burg 2007</title>
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		<pubDate>Tue, 18 Sep 2007 22:11:55 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Marita Haas</dc:creator>
		
		<category><![CDATA[Events]]></category>

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		<description><![CDATA[[ September 21, 2007 4:00 pm to September 22, 2007 4:00 pm. ] Von Freitag, 21.9.07 16:00 bis Samstag, 22.9.07, 16:00 findet das jährliche Festival Rund um die Burg - 24 h Literatur vor dem Burgtheater statt. Neben Gert Jonke, Sabine Gruber, Franzobel und vielen anderen veranstaltet die Schule für Dichtung gemeinsam mit den Schreibwerkstätten Langschlag eine Session für junge österreichische Literatur. Text aus dem sfd Newsletter: gustav ernst [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<table class="ec3_schedule"><tr><td class="ec3_start">September 21, 2007 4:00 pm</td><td class="ec3_to">to</td><td class="ec3_end">September 22, 2007 4:00 pm</td></tr></table><p>Von Freitag, 21.9.07 16:00 bis Samstag, 22.9.07, 16:00 findet das jährliche Festival Rund um die Burg - 24 h Literatur vor dem Burgtheater statt. Neben Gert Jonke, Sabine Gruber, Franzobel und vielen anderen veranstaltet die Schule für Dichtung gemeinsam mit den Schreibwerkstätten Langschlag eine Session für junge österreichische Literatur. Text aus dem sfd Newsletter: gustav ernst spricht zu den sommerschreibwerkstätten in langschlag/waldviertel, folgende studentinnen und  studenten lesen aus ihren texten: marita haas, bettina gaertner (klasse robert schindel ”das unsichtbare und seine wirkung”), katharina luger, robert kraner (klasse gustav ernst /”erlebte geschichten, erzählte geschichten”)</p>
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		<title>Aufgenommen in Leonding</title>
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		<pubDate>Tue, 18 Sep 2007 22:05:10 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Marita Haas</dc:creator>
		
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		<description><![CDATA[&#8230; letzte Woche ist sie eingetroffen, die freudige Nachricht: Für die Literaturakademie in Leonding (www.kolik.at) wurde ich aufgenommen!! Das bedeutet Schreiben von Oktober bis Juni, von Woche zu Woche, mit Kathrin Röggla, Robert Schindel, Antonio Fian und und und&#8230;
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			<content:encoded><![CDATA[<p>&#8230; letzte Woche ist sie eingetroffen, die freudige Nachricht: Für die Literaturakademie in Leonding (<a href="http://www.kolik.at/">www.kolik.at</a>) wurde ich aufgenommen!! Das bedeutet Schreiben von Oktober bis Juni, von Woche zu Woche, mit Kathrin Röggla, Robert Schindel, Antonio Fian und und und&#8230;</p>
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		<title>Jelena geht</title>
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		<pubDate>Sun, 19 Aug 2007 21:40:55 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Marita Haas</dc:creator>
		
		<category><![CDATA[Writing]]></category>

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		<description><![CDATA[entstanden auf einer Schreibwerkstatt mit Robert Schindel im August 2007 (Auszug aus dem Romanprojekt &#8220;Morgenluft&#8221;)
Am 27. April 1994 hat mich meine Frau verlassen. Zwei Wochen vorher war ich in der Nacht aufgewacht, weil sie nicht schlief. Sie lag kerzengerade im Bett und hatte die Augen geöffnet. „Jelena“, sagte ich, „geht es dir nicht gut?“ Ich [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><span><em>entstanden auf einer Schreibwerkstatt mit Robert Schindel im August 2007 (Auszug aus dem Romanprojekt &#8220;Morgenluft&#8221;)</em></span></p>
<p><span>Am 27. April 1994 hat mich meine Frau verlassen. Zwei Wochen vorher war ich in der Nacht aufgewacht, weil sie nicht schlief. Sie lag kerzengerade im Bett und hatte die Augen geöffnet. „Jelena“, sagte ich, „geht es dir nicht gut?“ Ich nahm ihre kleine kalte Hand und gab sie in meine. Eine Zeit lang lagen wir schweigend nebeneinander, bevor ich wieder einschlief. </span></p>
<p><span> </span><span>Der 27. April war der Tag nach dem Fest. Dieses Mal wachte ich auf, weil sie an meinem Bettrand saß. Ich drehte das Licht auf. Jelena war angezogen und geschminkt „Ist etwas passiert?“ sagte ich, „mit Lisa?“ und wollte aufstehen. Sie legte mir die Hand auf die Brust, drückte mich leicht ins Bett zurück und sah mich mit festem Blick an. Mit Lisa sei alles in Ordnung, sagte sie und dass sie nun gehen würde. Dass sie mich bitte, sie zu verstehen und sie gehen zu lassen, dass sie nur so wieder zurückkommen könne. Sie erhob sich, nahm ihren Koffer, sah mich noch einmal an und ging. Ich öffnete das Fenster, sah das Flughafentaxi und hörte den Kofferraum zuklappen. Ich hielt mich am Fensterbrett fest, das Taxi fuhr weg. Es war halb vier Uhr morgens. Barfuss ging ich durch die Wohnung, öffnete Lisas Zimmertür, setzte mich auf den Drehsessel vor ihrem Schreibtisch und wartete. </span></p>
<p><span> </span><span>Beim Fest hatte Jelena so viel gelacht wie lange nicht mehr. Ihre Cousine war 40 geworden, alle hatten Reden vorbereitet, auf kroatisch und deutsch. Bevor man mit dem Essen begonnen hatte, waren sie aufgestanden, einer nach dem anderen und hatten Ivana beglückwünscht. Jedes Mal wurde gelacht, jedes Mal angestoßen. Es war ein lautes Fest gewesen, lauter als die Feste, die ich kenne. Alles war gleichzeitig besprochen worden, der Krieg, die Kinder, das Essen, der Wein. Bei jedem Schluck, den Jelena von ihrem Glas nahm, hatte sie mich angesehen. </span></p>
<p><span>Um sieben läutete Lisas Wecker. „Papa“, sagte sie, „wieso sitzt du da?“ Ich saß vor ihr und wusste nicht was ich sagen sollte, bereute mit einem Mal, dass ich in ihr Zimmer gegangen war, ohne vorher zu überlegen, ohne mir die richtigen Worte zurechtzulegen. Sie setzte sich im Bett auf und sah mich an. Dann sprang sie auf, lief an mir vorbei in unser Schlafzimmer. „Mama?“ rief sie, „Mama!“ und dann wieder „Mama!“ </span></p>
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		<title>In der S-Bahn</title>
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		<pubDate>Tue, 24 Jul 2007 22:51:14 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Marita Haas</dc:creator>
		
		<category><![CDATA[Writing]]></category>

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		<description><![CDATA[entstanden im April 2007, Schreibwerkstatt mit Gustav Ernst
_Ja ok, bis dann, sagte sie und beim Auflegen fielen ihr die schwarzen Haare ins Gesicht.
_War nur wegen der Party heute am Abend, sagte sie zu mir.
_Aha, sagte ich und fragte mich, welche Party Verena diese Nacht vom Schlafen abhalten würde. Ich schaute in ihr Gesicht und sah [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><em>entstanden im April 2007, <a href="http://www.schreibkunst.at" target="_blank">Schreibwerkstatt mit Gustav Ernst</a></em></p>
<p>_Ja ok, bis dann, sagte sie und beim Auflegen fielen ihr die schwarzen Haare ins Gesicht.<br />
_War nur wegen der Party heute am Abend, sagte sie zu mir.<br />
_Aha, sagte ich und fragte mich, welche Party Verena diese Nacht vom Schlafen abhalten würde. Ich schaute in ihr Gesicht und sah wie weiß sie war, wie dünn sie war. Fix und fertig schaut deine Tochter aus, hatte meine Mutter beim letzten Besuch gesagt. Fix und fertig, so wie ich. Wir fuhren zu ihr, Samstag zu Mittag, weil wir schon lange nicht mehr dort gewesen waren, weil sie schon ein paar Mal angerufen hatte. Die Fingernägel hatte Verena immer schwarz lackiert, aber für die Oma oder für mich, wenn wir zur Oma fuhren, hatte sie den Nagellackentferner benutzt. Jetzt waren alle Fingerspitzen grau, es sah aus, als hätte sie gerade in Asche gegriffen. <a href="http://www.maritahaas.at/wp-content/uploads/2007/07/s-bahn.pdf" title="s-bahn.pdf"><em>ganzer Text</em></a></p>
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		<title>City Lights</title>
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		<pubDate>Tue, 24 Jul 2007 22:45:58 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Marita Haas</dc:creator>
		
		<category><![CDATA[Writing]]></category>

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		<description><![CDATA[veröffentlicht in der kolik 36, 2007, ursprünglich entstanden im Mai 2006
Ich stoße mit dem Handballen die Tür auf, gehe rein und direkt auf die Bar zu. Es riecht nach Bier und Schweiß, nach Parfum oder nach dem Dampf der aus der Nebelmaschine kommt. Ich kann nichts sehen und stolpere, muss mich an einer festhalten, die [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><em>veröffentlicht in der <a href="http://www.kolik.at" target="_blank">kolik 36</a>, 2007, ursprünglich entstanden im Mai 2006</em></p>
<p>Ich stoße mit dem Handballen die Tür auf, gehe rein und direkt auf die Bar zu. Es riecht nach Bier und Schweiß, nach Parfum oder nach dem Dampf der aus der Nebelmaschine kommt. Ich kann nichts sehen und stolpere, muss mich an einer festhalten, die gerade vorbeigeht und sofort - Was ist? pfaucht und meine Hand wegstößt. Ich gehe weiter - scheiß auf die Frau, denk ich mir. Der schwitzende Körper neben mir trägt vier B52 mit Strohalm zu einem Tisch. Erbärmlich. Sie, hinter der Bar, kennt mich und bringt den ersten Wodka, ohne dass ich danach frage. Die Eiswürfel krachen als ich das Glas nehme. <a href="http://www.maritahaas.at/wp-content/uploads/2007/07/city-lights.pdf" title="city-lights.pdf"><em>ganzer Text &#8216;City Lights&#8217;</em></a></p>
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		<title>Später Dialog</title>
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		<pubDate>Tue, 24 Jul 2007 22:40:56 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Marita Haas</dc:creator>
		
		<category><![CDATA[Writing]]></category>

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		<description><![CDATA[entstanden im März 2007
Es war halb 10 abends als er zur Tür hereinkam, sie zuschloss, den Schlüssel abzog und wieder in seine Jackentasche steckte um ihn am nächsten Tag nicht zu vergessen. „Hallo!“, rief er und lockerte seine Krawatte. Sie hatte den Kopf in die Hände gestützt, die Augen rot vom Arbeiten oder vom Nachdenken. [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><em>entstanden im März 2007</em></p>
<p>Es war halb 10 abends als er zur Tür hereinkam, sie zuschloss, den Schlüssel abzog und wieder in seine Jackentasche steckte um ihn am nächsten Tag nicht zu vergessen. „Hallo!“, rief er und lockerte seine Krawatte. Sie hatte den Kopf in die Hände gestützt, die Augen rot vom Arbeiten oder vom Nachdenken. Sie ließ die Arme auf den Tisch fallen, rutschte mit dem Sessel nach hinten und stand auf um das Essen zu wärmen. Martin hatte ihre Augen gesehen. „Du hast gekocht?“ fragte er und setzte sich hin, nachdem er den Radio lauter gedreht hatte. Sie stellte den Teller mit den Linguine vor ihm ab und setzte sich gegenüber. Für sich selbst hatte sie kein Essen gemacht. <em><a href="http://www.maritahaas.at/wp-content/uploads/2007/07/spaeter-dialog.pdf" title="spaeter-dialog.pdf">ganzer Text &#8216;Später Dialog&#8217;</a></em></p>
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